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Übersicht: Flucht
Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa – symbolisiert durch den Fall der Berliner Mauer – löste Ausbrüche von Antisemitismus und anderer Formen von Gewalt in der ehemaligen Sowjetunion aus. Damit wurde die erste Massenflucht von Juden seit der Flucht der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust 55 Jahre zuvor ausgelöst. Damals flohen sie, um am Aufbau Israels mitzuwirken. Heute ist es eine bittersüße Ironie, dass Zehntausende von Juden aus Osteuropa vor der Verfolgung ausgerechnet nach Deutschland fliehen. Viele von ihnen fanden Zuflucht in Berlin, wo sie in blühende Jüdische Gemeinden in genau jener Stadt aufbauen, in der Hitler und seine Helfer den Geheimplan für die sogenannte Endlösung der Judenfrage aufstellten. Die Umsetzung dieses Plans endete mit dem Massenmord von sechs Millionen Juden, zwei Millionen von ihnen waren Kinder.
Jetzt werden in Berlin Tausende jüdische Kinder und ihre Eltern, deren Zukunft wegen Vorurteilen und Diskriminierung im Osten ernsthaft gefährdet war, vorsichtig zu den Mitgliedern der großen Gemeinschaft in Berlin. Die Stadt mit ihren fünf Millionen Einwohnern und einem reichen Kunst- und Kulturangebot wächst; der Großteil der Bevölkerung nimmt die neue Auswanderungswelle herzlich auf.
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